Levucell SC: eine pansenspezifische Lebendhefe
Levucell SC basiert auf dem spezifischen Hefestamm Saccharomyces cerevisiae CNCM I 1077, der gezielt für den Einsatz im Pansen selektiert wurde. Entscheidend dabei ist die pansenspezifische Wirkung, denn Mikroorganismen im Pansen unterscheiden sich bspw. grundlegend von jenen im Darm, entsprechend muss auch der probiotische Ansatz angepasst sein.
Als aktive Lebendhefe entfaltet Levucell SC mehrere, sich ergänzende Wirkmechanismen:
- Verbrauch von Sauerstoff im Pansen > Förderung strikt anaerober Bedingungen
- Hemmung laktatbildender Bakterien bei hohen Zuckerwerten
- Stimulation laktatverwertender Mikroorganismen (z. B. Megasphaera els-denii)
- Förderung zellulolytischer Bakterien und Pansenpilze > bessere Faserverdaulichkeit
Anbaubedingungen
Diese Kombination wirkt stabilisierend auf die gesamte Pansenfermentation und trägt dazu bei, extreme pH-Schwankungen abzufedern, ohne die notwendige Fermentationsleistung einzuschränken.
Pansen-pH: Stabilität statt Durchschnittswerte
Moderne Untersuchungen zeigen zunehmend, dass der Verlauf des pH-Wertes über den Tag entscheidender ist als der Mittelwert. Kühe unter subakuter Azidose weisen typischerweise: Schnellere pH-Abfälle, längere Phasen im sauren Bereich und eine veränderte Mahlzeitenstruktur auf.
In mehreren Schweizer Partnerschaftsstudien mit kontinuierlicher pH-Messung (Bolus-Systeme) konnte gezeigt werden, dass Levucell SC:
- Die pH-Amplitude reduziert
- Die Dauer einzelner pH-Abfälle verkürzt
- Die Anzahl der pH-Abfälle pro Tag erhöht, ein Hinweis auf kleinere, gleichmässigere Mahlzeiten
So bleiben Geschmack, Nährstoffe und Funktionalität optimal erhalten.
Gerade bei Weidewechseln, wetterbedingten Unterbrechungen des Weidegangs oder Gras mit hohem löslichem Zuckergehalt zeigte sich eine deutlich stabilere Pansenreaktion bei mit Levucell SC ergänzten Kühen.
Faserverdaulichkeit und Futtereffizienz aus Gras
Neben der pH-Stabilisierung spielt die Faserverdaulichkeit eine zentrale Rolle für die Nutzung von Weidefutter. Frisches Gras liefert zwar Energie, ist aber aufgrund hoher Zellwandanteile und variabler Struktur stark auf eine effiziente mikrobielle Aufschliessung angewiesen.
Levucell SC fördert gezielt die Besiedlung von Pflanzenfasern durch zellulolytische Bakterien und anaeroben Pilzen. Dadurch wird die Aufschlussrate von NDF verbessert und mehr fermentierbare Energie verfügbar gemacht. Meta-Analysen und In-sacco-Studien zeigen eine konsistente Steigerung der Faserverdaulichkeit über unterschiedlichste Faserquellen hinweg, inklusive Weidegras.
Das Ergebnis ist eine höhere Futtereffizienz, ohne dass die Trockenmasseaufnahme signifikant ansteigen muss. In Weidesystemen bedeutet dies: Mehr Milch aus derselben Grasmenge, bei gleichzeitig stabiler Verdauung.
Praxisrelevanz im Weidesystem
Die Vorteile von Levucell SC zeigen sich besonders deutlich in realen Produktionsbedingungen. In Feldversuchen mit Weidegang wurde beobachtet:
- Stabileres Fress- und Wiederkauverhalten
- Gleichmässigere Kotkonsistenz
- Geringere Leistungseinbrüche bei Weidebeginn
- Verbesserte Persistenz der Milchleistung
Gerade in der Schweiz, wo Grasqualität, Witterung und Parzellierung stark variieren, hat sich der gezielte Einsatz von Levucell SC als wirkungsvolles Werkzeug zur Absicherung der Weidephase bewährt. Die Kombination aus physiologischer Stabilisierung und verbesserter Nährstoffverwertung macht Levucell SC zu einem funktionalen Bestandteil moderner Weidestrategien.
Fazit: Weideleistung biologisch absichern
Levucell SC steht für einen differenzierten, biologischen Ansatz zur Stabilisierung der Pansenfunktion. Besonders zum Weidebeginn, wenn Futterqualität und Fermentationsdynamik stark schwanken, ermöglicht die pansenspezifische Lebendhefe eine kontrollierte Anpassung des mikrobiellen Systems.
Nicht die Ration allein entscheidet über die Leistung aus Gras, sondern auch deren mikrobielle Verwertung. Levucell SC hilft dabei, diese Verwertung stabil, effizient und reproduzierbar zu gestalten und bietet so eine Basis für gesunde Kühe, stabile Leistung und eine nachhaltige Nutzung des wichtigsten Futtermittels im Weidesystem: Gras.
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