• Michelle Amrein

Intelligente Verpackungen

Auf der Suche nach der haltbarsten Putenbrust, der jüngsten Tiefkühl-Pizza oder der frischesten Milch taucht der qualitätsbewusste Kunde gerne mal in die Tiefkühltruhe ein oder räumt das Kühlregal von hinten nach vorne um. Denn wenn es um Lebensmittelqualität geht, ist „Frische“ das meistgenannte Kriterium.

Mindesthaltbarkeitsdatum: Kein Frischehinweis

Bei der Suche nach dem frischesten Produkt orientiert sich der Kunde neben dem Aussehen vor allem am Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD). Dieses Datum sagt allerdings nichts über die eigentliche Frische eines Lebensmittels aus. Bis zum Ablauf des MHD garantiert der Hersteller lediglich die erwarteten Produkteigenschaften, vorausgesetzt die empfohlenen Lagerungsbedingungen wurden eingehalten. Wesentlich präziser als das immer wieder kritisierte Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) können Intelligente Verpackungen sein.

Intelligente Verpackungen mit Zeit-Temperatur-Indikatoren

Zeit-Temperatur-Indikatoren (Time-Temperature-Indikator, TTI) messen nicht die jeweilige Temperatur, sondern die über die Zeit erhaltene „Wärmedosis“, die für das Bakterienwachstum die entscheidende Größe darstellt. Kernbestandteil des Indikators ist eine besondere Druckfarbe mit photochromen Pigmenten. Diese werden beim Verpacken des Produkts durch Einstrahlung von UV-Licht „aktiviert“. Die UV-Dosis richtet sich nach der gewünschten Haltbarkeitsdauer. Danach wird das Label unter einer UV-undurchlässigen Folie laminiert, sodass ein späteres Manipulieren durch UV-Licht nicht möglich ist. Der Farbton ändert sich in Abhängigkeit von Temperatur und Zeit, zum Beispiel von dunkelblau über hellblau bis zur Entfärbung. Die Verfärbung zeigt exakt den Produktzustand an, nämlich ob das Produkt frisch, noch zum Verzehr geeignet oder nicht mehr verzehrbar ist. Dabei verfärbt sich der TTI umso schneller, je weiter die ideale Lager- bzw. Transporttemperatur verfehlt wird.

Etiketten mit TTI-Indikatoren sind in den USA bereits gesetztlich für Fisch und Meeresfrüchte vorgeschrieben. In Deutschland setzt der Lebensmittelhandel die Etiketten noch nicht ein. Lediglich die Lufthansa nutzt die Indikatoren bei der Verpackung von Kaviar.

Intelligente Verpackungen mit Frische-Indikatoren
Frische-Indikatoren sind Bestandteil der Verpackungsinnenseite und reagieren auf Stoffwechselprodukte, die beim Lebensmittelverderb entstehen: Kohlendioxid, Schwefeldioxid, Ammoniak, Alkohol, Giftstoffe oder organische Säuren. Ab einer bestimmten Menge der Stoffwechselprodukte verändert sich die Farbe des Indikators und macht auf den Verderb aufmerksam.
Und in Zukunft ...
Eine spezielle Scannerkasse könnte den Frischezustand erfassen und auf dem Kassenbon dokumentieren; denn nach dem Kauf geht die Verantwortung für den angemessenen Transport und die richtige Lagerung des Lebensmittels ja auf den Verbraucher über. Flächendeckend eingesetzt könnten intelligente Verpackungen dazu beitragen, dass weniger Lebensmittel weggeworfen werden. Allerdings müsste dann auch geklärt werden, wie intelligente Verpackungen recycelt werden können.

Quelle: https://www.bzfe.de/inhalt/intelligente-verpackungen-machen-frische-sichtbar-1872.html

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